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Bearbeitungszeit der Fotos bei TFP-Shootings

Grafik Tablett

Hey Peepz,

ich denke es ist mal wieder Zeit für einen Blogbeitrag. Mein heutiges Thema ist ein recht heikles, das nicht selten zum Bruch zwischen Model und Fotograf führt.

Die Bearbeitungszeit der Fotos bei TFP-Shootings

Leiten wir diesen Text anhand eines Beispiels ein…

Ein Fotograf macht mit einem Model ein TFP-Shooting. Das Shooting an sich ist ein voller Erfolg und der Fotograf hat mehrere hundert Bilder gemacht. Das Model ist ebenso zufrieden weil natürlich der Fotograf immer wieder zwischen durch die Ergebnisse gezeigt hat und diese sehr viel versprechend aussahen. Gut Sie verabschieden sich und machen sich beide auf den Heimweg.

Bis hierhin ist soweit auch noch alles in Ordnung, doch oft fängt jetzt der Stress an.

Variante A: Model hört nie wieder was vom Fotografen
Variante B: Model bekommt 1-2 Fotos obwohl 5-6 Sets geshootet wurden
Variante C: Model wartet zum teil viele Monate manchmal sogar 1 Jahr auf fertige Bilder
Variante D: Model schreibt den Fotografen mehrmals täglich an wie lange es denn noch dauert bis das nächste Bild kommt.
Variante E: Model bekommt sehr Zeitnah genügend fertig bearbeite Bilder und Sie ist Glücklich. (Diese Variante kommt wohl sehr selten vor)

Wir schauen uns aber Heute nur mal die „Worst Case Szenarios“ A bis D an.

Ja Scheiße was… und nun? Ich muss da ehrlich gestehen, Fotografen haben da ein wenig die bessere Position weil Sie eben die Bilder haben und oft wird das auch schamlos ausgenutzt! So von wegen „Jo ich bin der Fotograf du nur das kleine Model du hast gefälligst auf mich zu warten oder hast eben Pech gehabt“

Irgendwann wird vom Model aus Druck auf den Fotografen aufgebaut. Es kommt dann zu Drohungen mit TFP-Verträgen oder gar Beschimpfungen. (Ich sage Euch ganz ehrlich, diese TFP-Verträge werden Euch da auch nicht helfen schneller an Bilder zu kommen. Ich kenne keinen Fall der in Deutschland so mal vor Gericht gelandet ist.)

Leute so funktioniert das aber einfach nicht…  Ich kann mich nicht gänzlich davon freisprechen auch ich habe mich oft übernommen und hinke mit dem bearbeiten oft hinterher. Das hat auch schon bei mir das ein oder andere Mal zum Bruch mit einem Model geführt. Doch in dem Fall war es nicht so das, dass Model überhaupt keine Bilder bekommen hat, zum Teil hatte das Model bereits 4-6 fertige Bilder.

Nachdenklich

Ich kann Euch sagen für Variante A gibt es kein Heilmittel, wenn der Fotograf nicht erreicht werden kann, weil er nicht erreicht werden möchte, dann werdet Ihr leider nie Bilder sehen. Das Einzige was Ihr machen könnt ist Andere davor zu warnen mit dieser Person zu shooten, um Sie vor dem gleichen Schicksal zu bewahren. Ansonsten sind Euch da leider die Hände gebunden.

Bei Variante B & C ist der wohl häufigste Grund die fehlende Kommunikation! Sprecht ehrlich miteinander sowohl Fotograf als auch Model. Wenn ich als Fotograf weiß ich habe mich jetzt übernommen oder mir gefallen die Bilder am Ende doch nicht so gut, dann sucht das Gespräch mit dem Model. Erklärt Ihr die Sachlage warum es so lange dauert oder warum von den anderen Sets keine Bilder mehr kommen. Seid ehrlich miteinander und versucht ein Gespräch zu führen ohne sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Sucht lieber gemeinsam nach einem Kompromiss mit dem beide Parteien leben können!

Variante D, diese Variante kenne ich selbst auch, es hilft nichts den Fotografen jeden Tag anzuschreiben. Gut 95% der Fotografen sind reine Hobby-Fotografen und haben noch einen normalen Job und Familie. Es wird in keinster weise die Bearbeitung beschleunigen wenn jeden Tag nachfragt wird. Stattdessen fragt lieber EINMAL ganz ohne Vorwurf wieso es denn so lange dauert. Der Fotograf sollte dann aber auch ehrlich Antworten.

Vieles kann im Vorfeld schon vermieden werden und da ist man als Fotograf in der Pflicht gleich vor dem Shooting reinen Tisch zu machen. Sagt dem Model wie lange die Bilder in etwa bei euch dauern. Erklärt Ihr wie Ihr das handhabt (nach und nach oder alle Bilder auf einmal) dass wird Euch viel Ärger ersparen! Das 2. Was Ihr machen könnt als Fotograf, fotografiert weniger! Warum muss man denn 200-300 Fotos bei einem Shooting machen? Das macht absolut keinen Sinn!

Mike am Fotografieren

Ich zum Beispiel mache pro Set um die 5-8 Bilder. Sobald ich merke „Yo wir haben unser Bild hier“ mache ich direkt einen Cut und wir wechseln zum nächsten Set. Zum Teil gehe ich nach Hause mit 30-50 Bilder obwohl wir bestimmt 3 Stunden geshootet haben. Jetzt könnte man sagen „oh wei das ist aber riskant“ lieber ein paar mehr Bilder, das macht die Sache sicherer. NEIN, sobald Ihr Euer Favorit im Kasten habt, kontrolliert das Bild. Zoomt ein für die Schärfe, schaut ob nichts abgeschnitten ist und ob der Rest passt. Fertig ist die Kiste 🙂 Ich Verspreche Euch, das nimmt A den Druck weg bei 300 Bilder auch möglichst viele fertig machen zu müssen und B spart es viel Zeit beim aussortieren. Die gewonnene Zeit kann man jetzt direkt in die Bearbeitung der Bilder stecken.

Fazit für Fotografen:

  • Redet vor dem Shooting offen und ehrlich über die Bearbeitungszeit und die Menge der Bilder
  • Wenn es mal wieder länger dauert oder die Fotos nichts geworden sind, redet offen und ehrlich mit dem Model
  • Fotografiert weniger, dafür gezielter beim Shooting, dass spart viel Zeit hinterher und nimmt den Druck bei vielen Fotos viel bearbeiten zu müssen

Fazit für Models:

  • Fragt höflich und ohne einen Vorwurf beim Fotografen nach wenn es zu lange dauert. Aber auf keinen Fall täglich!
  • Zeigt auch Verständnis wenn der Fotograf Euch einen vernünftigen Grund liefert
  • Fangt nicht an mit irgendwelchen Verträgen zu drohen oder gar beleidigend zu werden
  • Schaltet der Fotograf auf stur, warnt andere Models davor mit ihm zu shooten um Ihnen das gleiche Schicksal zu ersparen.

Habt Ihr schon negative Erfahrungen in diesem Bereich machen müssen? 

3 Idee über “Bearbeitungszeit der Fotos bei TFP-Shootings

  1. Ben sagt:

    Ich bin selber TfP Fotograf und habe in meinem Vertrag extra stehen dass das Model die bearbeiteten Fotos binnen 4 Wochen bekommt (Ich versende die Fotos oldschool per Post auf Datenträger).
    Die Zeit reichte bislang immer aus.
    Sicherlich gab es auch mal ungeduldige Menschen welche schon binnen einer Woche Ergebnisse haben wollten.

    Mir ist mitlerweile oft aufgefallen das sich die meisten Models den Vertrag nicht vernünftig durchlesen und dann hinterher meinen irgendwelche Ansprüche stellen zu können, nur weil sie das in irgendeinem anderen Vertrag, mit dem ich nichts zu tun habe, so gelesen haben.
    Das ist schade.

    Da wird dann aufgrund dessen dass das Model in erster Instanz meinen Vertrag unterschreibt, sich aber in zweiter Instanz darüber aufregt dass da Dinge drinne stehen von dehnen das Model angeblich „nichts wusste“ aber trotzdem den Vertrag unterschrieben hat, unfair gegen mich geschossen.
    Das muss doch nicht sein.

    Ich, als Fotograf, fühle mich da manchmal ganz schön ausgenutzt.

    Aber eh ich jetzt hier nur am jammern bin muss ich ehrlich sein und sagen das Variante E bis jetzt am häufigsten vorkam.

  2. KyprisAthina sagt:

    Schöner Beitrag. Durch dieses Problem kam ich übrigens vom Modeln zur Fotografie: Habe mehrmals gemodelt und fand die Resultate ganz ok. Dann hatte ich mit drei Fotografen gearbeitet, bei denen ich absolut begeistert von den Bildern war (hatte sie auf dem Kameradisplay gesehen), die mir die Bilder aber nie geschickt haben, nicht mal eins davon. Darufhin habe ich die Seiten gewechselt, und erstmal mich selbst (Spiegelreflex, Selbstauslöser, später mit Assistent) und dann andere Models fotografiert. So fing es vor über 5 Jahren an, heute müsste ich den entsprechenden Fotografen eigentlich dankbar dafür sein! – Trotzdem für mich als Fotograf ein absolutes Ding der Unmöglichkeit – meine Models bekommen meist mindestens 80 Prozent aller aufgenommenen Fotos unbearbeitet, spätestens nach 2 Wochen, wenn nicht anders abgesprochen, und so nach und nach kommen die bearbeiteten nach. Für andere Fotografen modele ich mittlerweile nur noch in absoluten Ausnahmefällen.

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